Kein Frieden in Westfalen? Samstag in Münster

Auf sehr alten Vereinswimpeln kann man einen der wenigen Erfolge des VfL noch erblicken: „Westfalenmeister 1965“. Entschieden im Übrigen gegen die SpVgg Erkenschwick – nach Hin- und Rückspiel und Remis im Entscheidungsspiel – per Münzwurf!

Warum das hier erwähnt wird? Die aktuelle zweite Liga ist die Profiliga mit den mit Abstand am meisten Teams aus dem wunderschönen Westfalenland, nach heutiger Gebietsabgrenzung. In der ersten (Dortmund) und der dritten Liga (Verl) kann jeweils ein Team die interne Westfalenmeisterschaft mit sich selbst ausmachen. Ganz anders in der zweiten Liga, in der gleich fünf Clubs miteinander konkurrieren. Doch leider sieht es derzeit noch nicht so gut aus für den VfL. Er steht in der Tabelle der direkten Vergleiche vor den noch punktlosen Bielefeldern nur auf Platz 4.

Die zweite Liga – Westfalentabelle

  Spiele G U V Pkt. Tore
1 SC Paderborn 5 3 1 1 10 9:7
2 Gelsenkirchen 5 3 1 1 10 6:5
3 Pr. Münster 5 2 2 1 8 6:5
4 VfL Bochum 5 2 0 3 6 5:5
5 Arm. Bielefeld 4 0 0 4 0 5:9

Mit dem wunderbaren Sieg im Derby (!) gegen Gelsenkirchen konnten wir immerhin den zweiten Westfalen-Dreier einfahren. Und damit im Übrigen nach Punkten und Toren auch die ligainterne Ruhrpott-Meisterschaft gewinnen. Doch ungeachtet von Regionalvergleichen ist dieser Sieg ist sowieso mehr wert als jeder andere. Schon nach 43 Sekunden hatte der VfL den viel gerühmten Gelsenkirchener Abwehrtresor erstmals geknackt. Am Ende stand ein verdientes 2:0. Das „Shithole“ nordwestlich von Bochum verbindet man ja seit jeher mit Weltstars. Von Charly Neumann über Ulli Potofski bis Taylor Swift. Doch an das dort erzielte Einkommen der Letztgenannten wird der neue Superstar Edin Dzeko so schnell nicht herankommen. Er wird dem Vernehmen nach in besonderer Weise mit Punktprämien bezahlt und musste ohne Zusatz-Einkommen die Heimreise antreten. Auf Bochumer Seite: (Schaden-)Freude pur! Auf Schalker Seite: Zetern (über den Schiri!), Hadern (mit der Leistung!) und Zähneklappern (Aufstieg in Gefahr?). Wobei Letzteres bei Schalkern so rein dento-logisch natürlich gewissen Einschränkungen unterliegt.

Das nächste Westfalen-Duell: Freitag in Münster 

Am kommenden Freitag wiederum könnten wir mit einem Sieg in Münster auf Platz 3 der Westfalen-Tabelle vorrücken. Mit den Münsteranern verbindet den VfL ein bisschen was. Mit Katze Zumdick und Uwe Leifeld wechselten zwei frühere Legenden aus ihrer Geburtsstadt und von den Preußen nach Bochum. Die Bochumer Ultras pflegen seit einiger Zeit eine Fanfreundschaft mit den entsprechenden Gruppen aus Münster.

In dieser Saison kreuzen sich seit sehr langer Zeit mal wieder die Wege im Preußenstadion. 2008 gewann der VfL dort im Pokal (6:5 n.E.) und das letzte Ligaspiel, damals in der Regionalliga West, liegt ziemlich genau 60 Jahre zurück. Wenige Jahre zuvor gab Preußen Münster ein kurzes Gastspiel im „Oberhaus“, als Gründungsmitglied der neuen Bundesliga, stieg aber sofort wieder ab.

Noch ein ein paar Tage länger zurück liegt der (auch) in Münster geschlossene „Westfälische Friede“, der den Dreißigjährigen Krieg beendete. Bei aller Freundschaft sollte es am Freitag jedoch keinen Friedensschluss geben. Der VfL muss die Niederlage aus dem Hinspiel wieder wettmachen und den Abstand auf die Abstiegszone (und dazu gehört eben auch Münster) vergrößern.

Und dann: Karneval in Bochum?

Damit nicht genug: Am Wochenende drauf spielen wir zuhause gegen Paderborn und könnten mit einem weiteren Sieg zumindest vorübergehend die Führung in der Westfalentabelle übernehmen. Und das einen Tag vor Rosenmontag! (Helau an Fortuna Düsseldorf für die Rheinland-Meisterschaft in Liga zwei – sie sind da ja alleine und konkurrenzlos). Dann könnte es nach Rüdiger Hoffmanns (selbstironischen) „Karnevalsschlager“ anne Castroper heißen: „Westfalenland, Westfalenland, ist wieder außer Rand und Band.“

Das nächste Spiel: SC Preußen Münster – VfL Bochum 1848 – Freitag, 6. Februar 2026, 18:30 Uhr, Junction Café